Chilifeuer & Knollengenuss: Die essbaren Nachtschattengewächse
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Geführte Reise ins wilde Nachtschattenland
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(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Chilifeuer & Knollengenuss: Die essbaren Nachtschattengewächse (Taschenbuch) Weshalb ich selber zum Liebhaber von Nachtschattengewächsen wurde, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Daran mitschuldig sind sicher meine Italienjahre. Im Süden verliebte ich mich in den Paprika, die Tomate und die Melanzane, im Norden in die Kartoffel. Und obwohl an die hundert Gattungen zu dieser Familie gehören, sind es vor allem diese vier, über die Orestes Davias in seinem Buch berichtet. Der 1964 in Graz geborene und seit seiner Kindheit in Griechenland lebende Biologie, spezialisierte sich auf Botanik und entdeckte seine Leidenschaft zum Kochen. Ideale Voraussetzungen also, um mit einigen Mythen über Nachtschattengewächse aufzuräumen und auch Verfassern und Rezensenten von Kochbüchern ins Gewissen zu reden. Denn vieles, was man über diese besonderen Gewächse und deren Zubereitung liest, schwankt zwischen Un- und Schwachsinn.

Als der Entschluss einmal gefasst war, seine Erfahrungen und sein Wissen über Paprika & Co. einem größeren Publikum bekannt zu machen, machte sich Orestes Davias ans Recherchieren. Denn er wollte diese Großfamilie in all ihren Facetten und Eigenheiten vorstellen. Zudem warf er sich in die Töpfe und verfeinerte seine Rezepte so lange, bis er eine Steigerung für unwahrscheinlich hielt. Von diesen persönlichen Rezepten gibt er deren 35 im Buch preis. Zudem erweist er sich auf den gut 200 Seiten als spannender Geschichtenerzähler, der seinen Lesern auch viel kulturgeschichtliches Wissen vermittelt. Und selbstverständlich lüftet er auch das Rätsel des Moussaka und entschlüsselt den Liebeszauber der Aubergine.

Für die künstlerische Gestaltung seines Buches konnte der Autor Lazaros Zikos gewinnen, was dem nicht eben berauschenden Layout des Textes gut tut und mich über ein Papier hinwegtröstete, das dem sinnlichen Thema zu wenig gerecht wird und die schönen Illustrationen durchschimmern lässt. Die Aufmachung ist es auch, die mich bei der Bewertung zögern ließ. Wenn ich mich letztlich für fünf Sterne entschieden habe, liegt dies an der Gewichtung des Inhalts. Denn wer sich auf diese geschichtlich-botanische Lektüre einlässt, wird künftig noch besser kochen und nicht mehr allem glauben, was andere über Nachtschattengewächse erzählen.

Mein Fazit: Eine Hommage an vier Nachtschattengewächse, die Kriege entfachten, Küchen revolutionierten und kulinarische Höhenflüge ermöglichen. Der Autor bringt nebst seinem botanischen Wissen auch seine Erfahrungen als leidenschaftlicher Koch mit ein. Höchstbewertung für den Inhalt - Verbesserungspotential bei der Gestaltung möglich.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 28. April 2010
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